Reststrafenantrag stellen sinnvoll?

  • Hallo ihr lieben

    Ich habe mich Anfang Dezember 19 selbst gestellt und bin nach der Aufnahme direkt in den offenen Vollzug gekommen.

    Ich bin erstinhaftierte, habe mich hier von Anfang an alle Regeln gehalten ,bin sehr freundlich zu den Beamten (steht auch alles im Vollzugsplan). Ich habe auf meinem Vollstreckungsblatt

    Mindesverbüßung(kein halb, aber nach Rechnen kommt das selbe Datum raus)am 25.01.21

    2/3 am 11.02.21

    Und Strafende im Jahr 22.

    Ich habe 15 Monate Freiheitsstrafe bekommen und leider 10 Monate Bewährungswiederruf.

    Nun haben mir schon mehrere Leute empfohlen einen Antrag auf Reststrafengesuch zu stellen,also das ich noch früher entlassen werden könnte. Ich habe einen tollen Mann (der von Anfang zu mir gehalten hat und sich wunderbar um unsere Kinder kümmert). Gemeinsame Wohnung, einen Job,der auf mich wartet und leider eine Tochter,die sehr Mama bezogen ist und wo es einige heftige Probleme gibt. Diesen Antrag würde ich vor allem dazu nutzen um für sie da zu sein.

    Ist das denn möglich oder sind die Chancen da gleich Null?

    Liebe Grüße

    P s. Ich bin wegen Betrug hier.

  • Hallo Lissibo


    Du hast 25 Monate die sich aus 2 Strafen zusammen setzen. In der Regel läuft die 15 monatige Strafe bis zum 2/3Zeitpunkt, wird dann unterbrochen und dann beginnt der Widerruf, die dann entweder bis zum Halb oder auch 2/3 Zeitpunkt läuft . Halbstrafe müsstest du beantragen, Halb wird von Amts wegen geprüft. Dann wird geprüft ob Du bei beiden Strafen vorzeitig entlassen werden kannst. Ich gehe davon aus es gab keinen Strafzusammenzug.

    Einen Antrag auf Reststrafengesuch greift in der Norm nur wenn alle anderen Möglichkeiten zu einer früheren Entlassung ausgeschöpft sind(Halb oder 2/3)

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Hallo Lissibo,

    in der Vollstreckungsreihenfolge gilt der Grundsatz kurz vor lang. Die kurzen Freiheitsstrafen werden zuerst vollstreckt. Das sind jetzt die 10 Monate. Auf diese Strafe könntest Du nach § 57 II StGB als Erstverbüßerin Halbstrafe bekommen ( also 5 Monate).

    Auf die zweite Strafe von 15 Monaten könntest Du 2/3 bekommen ( also 10 Monate)

    . Dieser kombinierte Halb-2/3 Zeitpunkt müsste von Amts wegen geprüft werden. Natürlich kannst Du auch dafür einen Antrag stellen. Das sieht nach Eigeninitiative aus und wird häufig positiv zur Kenntnis.

    Für jeden anderen Entlassungstermin müsstest Du einen Antrag stellen, da dieser vermutlich nicht von Amts wegen geprüft wird. Natürlich kannst Du einen Antrag stellen für beide Strafen Halbstrafe zu bekommen. Wer nichts versucht, der hat schon verloren und mehr als eine Ablehnung kann nicht passieren. LG Lasker

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