Halbstrafe Bewährungswiderruf

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  • Guten Morgen . Mein Partner ist mittlerweile 1 Monat in Haft( von 15 Monaten ) , er hatte mit Beamten das Thema Halbstrafe oder 2/3 Strafe . Die Beamten sagten,dass Chancen auf Halbstrafe sehr gering sind , da er schonmal inhaftiert war . Nun habe ich im Internet recherchiert und habe mehrere Artikel gefunden , wodrin stand , dass unter besonderen Umständen eine Halbstrafe auf für bereits Inhaftierte klappt .

    Nun zu meiner Frage , da er wegen einem Bewährungswiderruf rein gegangen ist hat er überhaupt die Möglichkeit frühzeitig raus zu kommen ?


    Ein paar Hintergrundinfos , falls sie wichtig sind : Er wurde vor 3 Jahren wegen schwerer Körperverletzung verurteilt ,hat alle Bewährungsauflagen erfüllt . Anfang 2020 eine Sachbeschädigung unter Alkoholeinfluss bei Freunden begangen die in angezeigt haben , worauf er im April rein gehen musste ( Bewährung lief aber schon im März aus ) sind bis zum Oberlandgericht gegangen , da er nie ein Bewährungswiderruf bekommen hatte ,lediglich die Ladung zum Strafantritt , auch erst als seine Bewährungszeit zuende war . Sein Anwalt meinte , es sei nicht rechtskräftig,aber ihm sind leider die Hände gebunden ...


    Liebe Grüße und danke dass es euch gibt ! :)

  • Hallo, die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung besteht immer. Allerdings ist die Aussicht auf Halbstrafe, wenn man bereits einmal inhaftiert war, tatsächlich sehr gering. Letztlich kommt es auf ihn selbst an. Wie verhält er sich in Haft. Wie ist die Prognose draußen, Wohnung, Arbeit, Familie usw. Allerdings ist es noch etwas früh sich darüber den Kopf zu zerbrechen.


    Nun kurz noch etwas zur Bewährung. Wenn er vor Ablauf der Bewährung eine weitere Straftat begeht, stoppt die Bewährung. Also ab dem Tag wo die Tat bekannt wird, läuft die Bewährungszeit nicht mehr weiter runter. Seine Bewährung ist also nicht im März beendet gewesen.

    Desweiteren hat man nach Ablauf der Bewährungszeit ein Wohlverhaltensjahr. In diesem Jahr kann, auf Grund neuer Straftaten die Bewährung noch immer widerrufen werden.


    LG Kaja

  • Nun kurz noch etwas zur Bewährung. Wenn er vor Ablauf der Bewährung eine weitere Straftat begeht, stoppt die Bewährung. Also ab dem Tag wo die Tat bekannt wird, läuft die Bewährungszeit nicht mehr weiter runter. Seine Bewährung ist also nicht im März beendet gewesen.

    Desweiteren hat man nach Ablauf der Bewährungszeit ein Wohlverhaltensjahr. In diesem Jahr kann, auf Grund neuer Straftaten die Bewährung noch immer widerrufen werden.


    LG Kaja

    O.K., erkläre ich das auch mal kurz rechtlich

    Die Bewährung kann nur widerrufen werden, wenn eine neue Straftat innerhalb der Bewährungszeit begangen wurde.

    Das Gericht prüft bei Ablauf der Bewährungszeit, ob die Strafe erlassen werden kann. Hierzu wird bei der örtlichen Polizei nachgefragt und bei der Staatsanwaltschaft. Ergeben die Nachforschungen, dass keine neue Verfahren anhängig sind, wird die Strafe erlassen ( § 56g Abs. 1 StGB).


    Der Erlassbeschluss verschafft einen gewissen Vertrauensschutz, der nur unter den engen Voraussetzungen des § 56 g Abs. 2 StGB durchbrochen werden kann. Eine bereits erlassene Strafe kann nur widerrufen werden, wenn eine neue Verurteilung zu mindestens 6 Monaten wegen einer in der Bewährung begangenen Straftat erfolgte von der das Gericht bei der Erlassentscheidung nichts wusste und dies auch nur binnen sechs Monaten nach Rechtskraft der neuen Entscheidung und höchstens ein Jahr nach Ablauf der Bewährungszeit. Hierbei handelt es sich um Ausschlussfristen, die nicht verlängert werden können. Wegen der engen Regelungen hat diese Bestimmung in der Praxis kaum Bedeutung. Eine einmal erlassene Strafe bleibt in der Regel auch erlassen.


    Anders verhält es sich, wenn das Gericht feststellt, dass es neue Strafverfahren gibt, die in der Bewährungszeit begangen sein sollen. Die Bewährungszeit läuft in diesen Fällen natürlich auch ab. Das Gericht macht dann keinen Erlassbeschluss, sondern wartet den Ausgang des neuen Verfahrens ab. Es entsteht somit auch kein Vertrauensschutz. Die Obergerichte verlangen in diesen Fällen in der Regel, dass dem Verurteilten mitgeteilt wird, dass derzeit noch nicht über den Erlass der Strafe entschieden werden kann, weil noch das Verfahren xy wegen einer in der Bewährungszeit begangenen Straftat anhängig ist. Ist dieser Hinweis erfolgt, kann die Bewährung auch noch Jahre nach Ablauf der Bewährungszeit widerrufen werden.

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