Beiträge von Lasker

    Mery,

    es gibt verschiedene Möglichkeiten ein schnelleres Ergebnis herbei zu führen. Hier ist dann der Anwalt gefordert. Man kann den U-Haftbefehl angreifen. man kann sich arrangieren. Generell gilt aber, dass auch diese Verfahren vorrangig erledigt werden müssen LG Lasker

    Hallo Mery,

    Nach sechs Monaten U-Haft prüft das Oberlandesgericht, ob StA und Gericht zügig genug gearbeitet haben. Da das beide nicht gerne haben, findet in mehr als 90% aller U-Haft-Fälle die Hauptverhandlung innerhalb der sechsmonatigen Frist statt.

    Besteht Überhaft ( also Strafhaft mit einem U-Haft-Befehl im Hintergrund) läuft diese Frist allerdings nicht. Das Beschleunigungsgebot gilt dennoch. Der Richter ist demnach gehalten möglichst bald zu terminieren. LG Lasker

    Führungsaufsicht gibt es nicht nur bei Endstrafe, obwohl dies mit Abstand der häufigste Fall ist und in § 68f StGB geregelt ist. § 68g StGB behandelt den Fall des Zusammentreffens von vorzeitiger Entlassung und Führungsaufsicht. . Dies ist z.B. der Fall, wenn der Maßregelvollzug vorzeitig abgebrochen wird ( § 67d Abs. 5 StGB). Beispiel: Jemand wird zu sechs Jahren verurteilt mit Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Der Maßregelvollzug wird nach einem Jahr abgebrochen und er kommt wieder in die JVA. Hier tritt dann gesetzlich Führungsaufsicht ab dem Zeitpunkt der Entlassung ein. Wird später die Strafe vorzeitig zur Bewährung ausgesetzt, besteht beides. Bewährungsaufsicht und Führungsaufsicht. LG Lasker

    Hallo Daisy,

    Hof Fleckenbühl gibt es in Frankfurt und in Marburg. Therapie nach § 35 BtMG ist dort möglich und sie nehmen auch ohne Kostenzusage auf. Es für einige genau das Richtige, für andere -wahrscheinlich die Mehrheit - eher nicht. Man muss wissen, worauf man sich da einlässt. Hof Fleckenbühl wurde ursprünglich von Synanon gegründet, hat sich aber später selbständig gemacht. Es ist eine Einrichtung, die von Ehemaligen gegründet wurde und die sind manchmal die Konsequentesten. Jegliche suchtfördernde Stoffe sind verboten, also auch Nikotin und Koffein. In den ersten Monaten ist eine absolute Kontaktsperre nach draußen, also keine Besuche und Telefonate. Es sind bäuerliche Betriebe in denen Mitarbeit erwartet wird. Späteres Kontakthalten zur Einrichtung ist ausdrücklich erwünscht, also durchaus eine familiäre Atmosphäre. Es ist eine ganz andere Einrichtung als eine Klinik. Für manche sicherlich genau das Richtige. Hof Fleckenbühl gibt eine Zeitung raus -Die Fleckenbühler. Vielleicht rufst Du mal dort an und fragst, ob sie dir eine Ausgabe schicken können. Dann hast Du vielleicht eine bessere Vorstellung über diese Einrichtung und kannst mit deinen Sohn besprechen, ob dies etwas für ihn ist. LG Lasker

    Hallo Anja,

    wenn er im Juli eine Bewährungsstrafe bekommen hat und jetzt in U-Haft ist hat er vermutlich den Warnschuss nicht gehört. Er hat jetzt Zeit zum Nachdenken und das ist auch gut so. Stehe ihm bei, indem Du über Briefe Kontakt mit ihm hast und ihn vielleicht unter Corona-Bedingungen besuchen kannst. Mehr kannst Du derzeit nicht tun.

    Ist er selbst abhängig? Ggf. wird jetzt ein Gutachter eingeschaltet, der prüft, ob er eine Entziehungskur machen sollte. Für die Frage seiner Tatbeteiligung hat er zur Klärung einen Anwalt. Alles wird gut, manchmal braucht es nur etwas länger. LG Lasker

    Hallo Sherobin,

    es dürfte sich nicht negativ auswirken, wenn er den Antrag aufrecht erhält. Die Erfolgsaussichten sind allerdings nicht allzu gut, da Gnadenbescheide nur in Ausnahmefällen positiv beschieden werden. Es soll insbesondere unbillige Härten ausgleichen, die bei Erlass des Urteils noch nicht ersichtlich waren ( so einer der Standartformulierungen bei den Textbausteinen).

    Wenn ein Gnadengesuch bei der Staatsanwaltschaft eingeht, wird ein Gnadenheft angelegt und die Akte dem Vollstreckungsdezernenten vorgelegt. Der holt dann Stellungnahmen der JVA und des Gerichts erster Instanz ein, bevor er entscheidet. Bevor er diese Stellungnahmen einholt, muss er sich entscheiden , ob er die Vollstreckung vorläufig einstellt. Bei Gnadengesuche, die Erfolg haben könnten, macht er dies. In den anderen Fällen lässt er die Vollstreckung weiter laufen, da ein Gnadengesuch keine aufschiebende Wirkung hat. Da bei deinem Mann die Vollstreckung nicht vorläufig eingestellt wurde, ist wohl eine negative Entscheidung beabsichtigt. LG Lasker

    Hallo Diva,

    die meisten JVAs haben ein Übergangsmanagement. Das sind Sozialarbeiter, die auch für die Entlassungsvorbereitung zuständig sind. LG Lasker

    Ohne Vorstrafen dürfte das auf eine Geldstrafe hinaus laufen, die unter 90 Tagessätzen bleiben dürfte, sodass man nicht vorbestraft ist. Mit solchen Aktionen erweist man aber sowohl den anderen Gefangenen als auch den Angehörigen anderer Gefangenen einen Bärendienst, wie Kadima schon richtig geschrieben hat.

    Hallo Awbd,

    für die Entscheidung über die Strafvollstreckung trifft nicht die Staatsanwaltschaft, sondern die Strafvollstreckungskammer . Selbst wenn die StA eine Entlassung befürwortet, ist die StVK nicht an diese Stellungnahme gebunden. Es ist aber immer ein gutes Zeichen, wenn die StA es befürwortet. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die StVk vor ihrer Entscheidung nichts von dem positiven Drogenscreenings erfahren wird. Die Stellungnahme der JVA war zu diesem Zeitpunkt bereits raus. Eine neue Straftat liegt nicht vor, da bei Drogen eigentlich alles, außer der Konsum, strafbar ist. Warum sollte also jemand die StVK über das Screening informieren? LG Lasker

    Hallo Nikita,

    wenn die Strafe erlassen wurde, gibt es eine Frist von einem Jahr dies rückgängig zu machen, wenn in der Zeit doch ein Bewährungsversagen erfolgt sein sollte. In der Praxis wird von der Vorschrift selten Gebrauch gemacht. LG Lasker

    Hallo Nikita,

    die 300 Stunden werden nicht aufgeschlagen und führen nicht zu einer längeren Haftstrafe Umgedreht ist es richtig. Wenn er die 300 Stunden abgeleistet hätte, hätte dies zu einer Anrechnung auf die Haftstrafe geführt, wobei bei uns in Rheinland-Pfalz sechs abgeleistete Arbeitsstunden mit einem Tag verrechnet werden, der als verbüßt gilt. Der Umrechnungskurs ist allerdings nicht bundeseinheitlich. LG Lasker

    Hallo TomJacky,

    die Lockerungsstufe muss von der neuen JVA übernommen werden und kann nicht ohne triftige Gründe nachteilig verändert werden. Das liegt daran, dass die Lockerungen einen begünstigenden Verwaltungsakt darstellen, der auch für andere Justizeinrichtungen bindend ist. LG Lasker

    Hallo Vera,

    sei gegrüßt. Ich bin gerade mehr bei den US-Wahlen, der Teil-Lockdown macht es möglich. Die Amerikaner laufen zu den Wahllokalen, 110% werden abstimmen und Präsident Trump redet immer noch vom Wahlbetrug, aber zu deiner Frage.

    Ist er aus dem Jugendvollzug ausgenommen? Unabhängig davon richtet sich die Frage nach der vorzeitigen Entlassung nach dem Jugendrecht. Es gibt keinen festen Prüfungstermin, man richtet sich nach Fortschritten bei der Schul,- oder Berufsausbildung. Als Erstverbüßer hat er grundsätzlich gute Chancen, es kommt darauf an: Hat er eine Meldeanschrift? Gibt es eine Anschlussmaßnahme? Was will er jetzt machen. LG Lasker