Beiträge von Lasker

    Hallo Alpia,

    in welchem Bundesland ist er inhaftiert? Da sind die Konzepte schon sehr unterschiedlich. in NRW sind 28% aller Haftplätze im offenen Vollzug, in Rheinland-Pfalz sind es nur 7%. Da geht man an die Sache schon ganz anders ran. In NRW können auch längere Haftstrafen im offenen Vollzug vollzogen werden, ähnlich sieht es in vielen norddeutschen Ländern aus. Im Süden wird der offene Vollzug eher als Vorstufe für die Entlassung angesehen, also eher später eingesetzt.

    Du schreibst, er war schon mal in Jugendstrafhaft. Wie lange ist das her? Die Zeit heilt viele Wunden. Wenn das vor 10 Jahren war, ist das was anderes als wenn dies vor einem Jahr gewesen ist. Halbstrafe ist theoretisch immer möglich. Es kommt auf den Einzelfall an. Warum kam es zum Rückfall? Wieso wird das nicht wieder passieren? Wie hat er sich im Vollzug geführt. LG Lasker

    Hallo Löwin,

    die positive Stellungnahme der JVA ist natürlich sehr wichtig. Die StA wird sich meist anschließen. Der Richter will sich noch einen persönlichen Eindruck verschaffen. Die StVK Zweibrücken gehört nicht zu den Hardlinern. Think positiv, alles wird gut, nur noch nicht heute. LG Lasker

    Hallo Loewin,

    ja das wird so gemacht, um die Verwaltung der JVA nicht zu überfordern. Theoretisch angenommen das Fax der StA käme erst um 19 Uhr an. Da wäre von der Verwaltung niemand mehr da. Deswegen wird die Zustimmung des Verurteilten erst zuletzt eingeholt und zwar am nächsten Tag. Das wird dann morgens geschehen und du hast genügend Zeit zu ihm zu fahren, ob es allerdings regnet, ich glaube eher nicht. LGLasker

    Hallo Loewin,

    entlassen wird er erst dann, wenn der Beschluss rechtskräftig ist. Die StA sieht ja die Fristen und reagiert meist sofort per Fax. Deswegen gibt es da selten Überschneidungen. Rechtskraft tritt erst dann ein, wenn auch der Verurteilte auf Rechtsmittel verzichtet hat, weil dies ein Verwaltungsakt ist, der auch mit Belastungen verbunden ist ( z.B. Bewährungshelfer). Häufig wird daher erst nach der Erklärung der StA der Rechtsmittelverzicht des Gefangenen eingeholt. LG Lasker

    Hallo Denise,

    ich hatte es unlängst schon geschrieben, aber ich wiederhole es gerne noch mal.

    Bitte nicht Schreiben an die Gefangenen direkt an die StA schicken, sondern immer an die JVA. Der Grund ist einfach, dass die JVA darauf eingerichtet ist. Die haben entsprechende Umschläge E (Eingang - für die Gefangenen) und A (Ausgang - von den Gefangenen) in die sie die Briefe stecken und an die StA schicken. Die E-Umschläge sich schon rück adressiert und darauf ist die Freigabe zu unterschreiben, sowie ob sie Geld oder Briefmarken enthalten.

    Entsprechende Umschläge haben wir bei der StA nicht. Insoweit müssten wir individuell ein Begleitschreiben aufsetzen und das Ganze macht deutlich mehr Arbeit und verzögert die Zustellung, selbst wenn Du ein an die JVA gerichteten, frankierten Briefumschlag dem Schreiben beifügst. Ich denke, dass es auch etliche Kollegen geben wird, die die Briefe einfach an die Adressaten zurück schicken mit der Begründung, dass Brief an die Gefangenen an die JVA zu schicken sind. LG Lasker

    Hallo Nancy,

    Andrea hat das schon so weit richtig erklärt. § 64 StGB ist die Unterbringung in den Maßregelvollzug ( Entziehungsanstalt) und der § 63 StGB ist die Unterbringung in die Psychiatrie. Ergänzen kann ich noch auf § 67a Abs. 1 StGB hinweisen. Man kann in der Vollstreckung in die jeweils andere Maßnahme wechseln, wenn dies aus Therapiegründen sinnvoll ist. Selbst wenn er also in die Psychiatrie eingewiesen wird, kann man später in den Maßregelvollzug wechseln, wenn dies sinnvoll ist LG Lasker

    Hallo Anda,

    sei gegrüßt. Du brauchst an der Revisionsverhandlung nicht teilzunehmen. Es wird nur über mögliche Rechtsfehler gesprochen. Für einen Nichtjuristen oft eine schwer verständliche Materie. Es ist auch nicht sicher, ob der Senat in der Verhandlung entscheiden wird. Häufig ist es so, dass das Urteil später verkündet wird und den Beteiligten schriftlich zugestellt wird. In der Sache wird der Senat auch nicht selber entscheiden. Er wird die Revision verwerfen, das Urteil teilweise oder ganz aufheben. Ist letzteres der Fall entscheidet ein anderes Landgericht oder eine andere Kammer des Landgerichtes über die Sache neu. Für die Frage der Bewährung wird es dabei natürlich auch darum gehen wie Du dich zwischen den beiden Verhandlungen geführt hast. Man kann also - auch jetzt noch - durchaus Pluspunkte sammeln. LG Lasker

    Hallo bc,

    sei gegrüßt.

    Bitte nicht machen. Das verlängert die Sache nur. Als StA habe ich schon solche Briefe zur Weiterleitung bekommen.

    Es läuft normalerweise so. Die Briefe für die Gefangenen werden von der JVA in entsprechenden Umschläge gesteckt und an die StA geschickt. Dort öffnet dann der StA den Umschlag, schaut sich den Brief an und steckt in wieder in den Umschlag. Auf den Umschlag wird dann die Aushändigung per Unterschrift genehmigt. Weiterhin ist auf den Umschlag zu notieren, ob sich Geld oder Briefmarken in dem Brief an den Gefangenen befinden. Kommt der Umschlag dann an die JVA zurück, kann jeder Justizvollzugsbeamte schon am Umschlag sehen, dass die Aushändigung genehmigt wurde.

    Schickst Du den Brief direkt an die StA stellst sich das Problem das wir entsprechende Umschläge nicht haben, weil es nicht vorgesehen ist direkt an die StA zu schreiben. Der Brief selber ist dann an die StA adressiert, muss dann von uns mit einem neuen Briefumschlag und Begleitschreiben versehen werden und man kann von außen nicht sehen, dass die Aushändigung genehmigt ist. Das Ganze ist dann Mehrarbeit für uns und führt zu verspäteter Zustellung. LG Lasker

    Hallo Huriya,

    er kann relativ wenig tun. Dir StVK wird sicherlich schon vorher ihre Vorstellungen haben was notwendig ist. Positiv überraschen kann er nur dadurch, dass er seine Problemfelder erkannt und aufgearbeitet hat, also die Straftatbearbeitung Wirkung gezeigt hat. LG Lasker

    Hallo Huriya,

    sei gegrüßt. für die Anordnung der Führungsaufsicht ist die Strafvollstreckungskammer zuständig, also dasselbe Gericht, dass auch über 2/3 entschieden hat. Bei der Anhörung wird es darum gehen, welche Weisungen ihm auferlegt werden. Ihm wird ein Bewährungshelfer zugewiesen, daneben kann es Weisungen geben, die die Rückfallwahrscheinlichkeit minimieren sollen. LG Lasker

    Hallo Nadeean,

    die StA könnte sofortige Beschwerde einlegen und dann entscheidet das Oberlandesgericht. Bis dahin würde die Entscheidung der Strafvollstreckungskammer nicht rechtskräftig. In den meisten Fällen schließt sich aber die StA der Stellungnahme der JVA an. LG Lasker

    Hallo Mac,

    sei gegrüßt. Sobald Du eine neue Arbeitsstelle hast, würde ich an deiner Stelle einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. Das kannst Du machen, wenn keine aktuelle Sperrfrist für einen solchen Antrag besteht. Ansonsten besteht die Möglichkeit ein Gnadenantrag zu stellen. Den Antrag schickst Du an die StA und begründest dies mit deiner neuen Arbeit und deinen sonstigen Bemühungen um ein straffreies Leben.

    Möglicherweise wird es auch eine generelle Regelung geben - vielleicht ähnlich der Weihnachtsamnestie - um so kurze, schädliche Inhaftierungen zu vermeiden. Verlassen würde ich mich allerdings nicht darauf, deswegen stelle lieber selbst einen Antrag. LG Lasker

    Hallo Nadeean,

    sei gegrüßt. Wenn die JVA die Entlassung zum 2/3-Zeitpunkt befürwortet, ist das schon mal ein sehr gutes Zeichen. Den negativen Eintrag solltet ihr nicht überbewerten, denn die JVA hat sich trotz dieses Eintrages positiv positioniert. Sie misst dem also auch keine entscheidende Bedeutung bei.

    Nach der JVA nimmt noch die Staatsanwaltschaft Stellung. Diese schließt sich aber häufig mangels weiterer Ekenntnisse der Stellungnahme der JVA an, zumindest dann, wenn es keine offenen Verfahren mehr gibt.

    Verbüßt er zum ersten Mal eine Freiheitsstrafe sind seine Chancen auf 2/3 deutlich günstiger.

    Der Richter will von ihm wissen, wie er sich seine weitere Zukunft vorstellt ( Arbeit, Wohnung, familiäre Situation) und ob er bereit ist an seinen Baustellen zu arbeiten. Hier ist sicher das Anti-Aggressionstraining wichtig. Es ist amtsbekannt, dass diese zur Zeit nicht stattfinden. Das weiß auch der Richter. Möglicherweise wird ihm dies zu einer Bewährungsauflage gemacht, vielleicht auch die Unterstellung unter die Bewährungshilfe. Zu beiden sollte er sich positiv äußern. Die meisten Richter verhängen eine dreijährige Bewährungszeit. Die Unterstellung unter die Bewährungshilfe kann vorzeitig beendet werden, wenn der Bewährungshelfer nach einiger Zeit merkt, dass sein Probant keine Hilfestellung mehr braucht. LG Lasker

    Hallo Maramel,

    sei gegrüßt. In NRW gibt es mehrere Entziehungsanstalten. Man kann sich darauf bewerben. Das geht dann über die Landschaftsverbände. Sehr begehrt ist die Klinik Deerth in Hagen, die sehr viel mit Mitteln des offenen Vollzugs arbeitet. Wenn er sich nicht darum kümmert, wird ihm eine Anstalt zugewiesen. LG Lasker

    Hallo Mandyy,

    zwei bis drei Jahre obendrauf sind definitiv überzogen. Der Strafrahmen für einfachen Diebstahl geht bis zu fünf Jahren. Angesichts der Vorstrafen und des Rückfalls während des laufenden Vollzugs einerseits und des Wertes des gestohlenen Gutes ( 2000 Euro - heute wurde in Amsterdam ein van Gogh gestohlen - was soll der eigentlich bekommen?) andererseits, würde ich auf eine Strafe zwischen 6 Monaten und 1 Jahr tippen, wobei ich regionale Unterschiede schon berücksichtigt habe. Bewährung wäre wegen der Vorstrafen eher Glücksache LG Lasker

    Hallo Mandyy,

    ein Urteil ohne Gerichtstermin wäre eine Entscheidung im Strafbefehlsverfahren. Als Rechtsfolge kann dort aber nur Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr unter Strafaussetzung zur Bewährung verhängt werden. Bei einer Freiheitsstrafe ist auch zwingend ein Pflichtverteidiger für das Strafbefehlsverfahren zu bestimmen. Gerichte und Staatsanwaltschaft werden in nächster Zeit von dieser Möglichkeit vermehrt Gebrauch machen, um möglichst viele mündliche Verhandlungen zu vermeiden. Ob dies bei deinem Freund in Betracht kommt ist eher zweifelhaft, da eine Festlegung ohne Hauptverhandlung auf eine Bewährungsstrafe sich bei der aktuellen Inhaftierung und Rückfälligkeit während laufenden Strafvollzug nicht aufdrängt. LG Lasker