Beiträge von Lasker

    Hallo Gulian,

    Du meinst den Fall, dass Du zu einer Haftstrafe verurteilt wurdest und im selben Urteil ist die Einweisung in eine Entziehungsanstalt angeordnet? Nein, dann wirst Du nicht in die JVA geladen, sofern kein Vorwegvollzug angeordnet ist. Bei den Haftstrafen, die Du angibst, dürfte kein Vorwegvollzug angeordnet sein. Dies macht man nur bei deutlich höheren Strafen. LG Lasker

    Hallo Gulian,

    es gibt einen Artikel beim NDR vom 17.12.2019, da gibt die zuständige niedersächsiche Sozialministerin Reimann an, dass die durchschnittliche Wartezeit acht Monate betrage. Ich würde vermuten, dass diese Zahl schon etwas geschönt ist und von einer längeren Wartezeit ausgehen. Grundsätzlich gilt, dass die Gefangenen aus der Haft vorgezogen werden müssen, da es zeitliche Grenzen für die sogenannte Organisationshaft gibt. Hinzukommt, dass es in Corona-Zeiten alles noch etwas länger dauert. LG Lasker

    Mandy,

    teile mit, was raus gekommen ist. Es gibt da schon regionale Unterschiede. Bayern gilt als hart, Sachsen und Hessen auch. Bei uns in Rheinland-Pfalz gilt die Pfalz als Softie, das Rheinland verurteilt härter. Schleswig-Holstein steht im Ruf die mildesten Urteile zu verkünden, Niedersachsen kommt direkt nach Schleswig-Holstein. Ich bin gespannt, ob ich mit meiner Prognose richtig liege. LG Lasker

    Hallo Gulian,

    der Maßregelvollzug ist grundsätzlich auf zwei Jahre angelegt. Er hat ein gestuftes Lockerungssystem etwa von 1 - 9. In der Stufe 1 hast Du überhaupt keine Lockerungen, in der letzten Stufe wohnst Du schon wieder zu Hause und musst nur noch regelmäßig zur Kontrolle hin. Du fängst mit der untersten Stufe an und kannst dich dann hocharbeiten. Wenn Du jetzt erfolgreich eine freiwillige Langzeittherapie machst, hast Du natürlich die Chance relativ schnell hochgestuft zu werden. Auch die genannten 2 Jahre ist nur die Regeldauer. Hier kann dir die Langzeittherapie helfen, dass bei dir diese Zeit kürzer ausfallen könnte. LG Lasker

    Hallo Mandy,

    eher etwas weniger als zwei Jahre, weil die von dir genannten Straftatbestände Diebstahl und Vortäuschen einer Straftat keine erhöhten Strafrahmen haben. Ich würde eher auf 1 Jahr bis 1 Jahr 6 Monate tippen. Gibt es denn in der neuen Sache schon eine Anklage oder einen Hauptverhandlungstermin?

    Hallo Mandy,

    das ist ganz schwer zu sagen. An sich gibt es für eine neue erhebliche Straftat während des Vollzugs keine Bewährung. Argument: Wenn er es schon nicht einmal schafft im Rahmen des geschützten Umfeldes des Vollzugs straffrei zu bleiben, wie soll er es dann draußen schaffen? Also keine günstige Sozialprognose.

    Anders wäre es vielleicht, wenn die neue Hauptverhandlung stattfindet, wenn er schon entlassen ist, was man auch durch eine Berufung erreichen kann. Die meisten Richter sehen schon das Problem, dass mehrere mit Unterbrechungen vollstreckte Freiheitsstrafen sozialschädlich sind, weil er sich immer wieder draußen zurecht finden muss. Wenn er dann was anzubieten hätte ( Arbeit, Wohnung etc.) sind Richter auch schon mal milder gestimmt.

    DU schreibst aber auch, dass er hofft dieses Jahr noch entlassen zu werden, obwohl der Endstrafentermin erst im Januar 2021 ist. Bei 3 Jahren 6 Monaten dürfte der 2/3-Termin längst vorbei sein, es geht also nur auf Antrag. Bei einem noch offenen , erheblichen Verfahren und einer dicken Vorstrafenliste müsste er schon gute Gründe anführen, damit ein Gericht das mitmacht. Ich wäre da eher skeptisch LG Lasker

    Hallo Lissibo,

    eine nachträgliche Gesamtstrafenbildung ( Strafzusammenzug) ist nur dann möglich, wenn die Straftaten theoretisch gemeinsam hätten verhandelt werden können. Beispiel: Tat 24.04.2019, letzte mündliche Verhandlung: 18.10.2019. Wenn jetzt am Morgen vor der Verhandlung eine neue Straftat geschieht, ist diese gesamtstrafenfähig. Es kommt nicht darauf an, ob eine gemeinsame Verhandlung praktisch möglich ist, es reicht eine theoretische Möglichkeit.

    Geschieht die Tat nachmittags nach der Verhandlung ist eine nachträgliche Gesamtstrafenbildung nicht möglich. LG Lasker

    Hallo Lissibo,

    in der Vollstreckungsreihenfolge gilt der Grundsatz kurz vor lang. Die kurzen Freiheitsstrafen werden zuerst vollstreckt. Das sind jetzt die 10 Monate. Auf diese Strafe könntest Du nach § 57 II StGB als Erstverbüßerin Halbstrafe bekommen ( also 5 Monate).

    Auf die zweite Strafe von 15 Monaten könntest Du 2/3 bekommen ( also 10 Monate)

    . Dieser kombinierte Halb-2/3 Zeitpunkt müsste von Amts wegen geprüft werden. Natürlich kannst Du auch dafür einen Antrag stellen. Das sieht nach Eigeninitiative aus und wird häufig positiv zur Kenntnis.

    Für jeden anderen Entlassungstermin müsstest Du einen Antrag stellen, da dieser vermutlich nicht von Amts wegen geprüft wird. Natürlich kannst Du einen Antrag stellen für beide Strafen Halbstrafe zu bekommen. Wer nichts versucht, der hat schon verloren und mehr als eine Ablehnung kann nicht passieren. LG Lasker