Beiträge von Saladan

    Hi, ja bei uns gab es seitens der JVA 3 Beurteilungen. Eine von der Sozialarbeiterin, eine vom Abteilungsleiter und eine von der Küchenleitung (mein Freund arbeitet in der JVA in der Küche).

    So in der Reihenfolge, wie ich es jetzt genannt habe viel auch die Gewichtung - sprich Präferenz der Richterin bei der Beurteilung aus. Alles wird herangezogen, aber die Beurteilung der Sozialarbeiterin war hauptsächlich ausschlaggebend für die Entscheidung.


    Zusätzlich hat mein Freund noch eine eigene Stellungnahme verfasst und mit Unterlagen und Belegen an die Strafkammer geschickt, was die Richterin bei der Anhörung als positiv gewertet hat.


    LG

    Saladan

    Hi, denke da sollte er sich an die Sozialarbeiter wenden, denn die wissen ja, was bei ihm im Urteil festgeschrieben ist und was da sonst noch möglich ist.


    Die Krankenkasse muss nicht unbedingt zuständig sein, denn seine Mitgliedschaft dort ruht während der Haftzeit. Nachfragen kann er aber trotzdem, ob sie die Kosten für eine Therapie tragen. Gibt auch Fälle, da tun die das. Ansonsten bleibt noch die Rentenversicherung als Kostenträger.

    Auf der Website der RV, kann man nachlesen, was die alles an Therapien finanzieren und was man tun muss, um diesen Antrag zu stellen. Auch telefonisch geben die Auskunft.


    Letztenendes sollte das aber in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der JVA ins Rollen gebracht werden. Die kennen sich damit aus und wissen, was möglich ist, wohin man sich wenden muss und welche Formulare und Auskünfte die RV verlangt. Die suchen dann auch gemeinsam mit deinem Freund eine passende Therapie Einrichtung und machen den Aufnahmetermin.


    Das ist so das normale Prozedere, um von der JVA aus in eine Therapie zu kommen.


    Was jetzt speziell bei deinem Freund möglich ist oder nicht, ist so pauschal schlecht zu sagen. Jedenfalls brauchst du eine Menge. Geduld, bis das greift und kannst nicht wirklich was tun. Das muss schon hauptsächlich von deinem Freund angeleihert werden.


    LG

    Saladan

    Hi,


    also so ganz Blicke ich immernoch nicht durch...


    Wenn er die Therapie aufgrund von 2/3-Antrag gemacht hat, dann war die ja nicht so freiwillig, wie es sich anhört, sondern eine Auflage zur Bewährung. Und soweit mir bekannt ist, sind das Vordrucke von der JVA für die Einwilligung auf 2/3, wo halt drauf steht, dass die Prüfung veranlasst wird und er sich damit einverstanden erklärt. Wenn er das nicht unterschrieben hat, wie kommt dann der 2/3 Antrag überhaupt zustande, bishin zu einem tatsächlichen Therapieantritt?


    Und wenn ihm - warum auch immer - die Therapie nicht gefällt, sollte einem doch der normale Menschenverstand schon sagen, dass man sich WÄHREND der laufenden Therapie um einen Wechsel in eine andere Einrichtung kümmern muss und nicht einfach abbricht und nach Hause geht.

    Es ist ja eine Bewährungsauflage. Sprich - die Bedingung lautet: die Strafe wird ausgesetzt, wenn man Therapie macht. Therapieabbruch ohne sich noch während der laufenden Therapie um eine neue Einrichtung zu kümmern und dies bei der STA zu beantragen - klar, das ist die direkte Fahrkarte zurück in den Vollzug. Nach Hause gehen ist nicht drin. Würde ja dann jeder so machen, um frei zu kommen.


    Und ich denke nach dieser Geschichte wird eine Strafaussetzung recht unwahrscheinlich. Aber das hat er sich dann leider selber verbockt.


    Letztendlich sind aber dann bis Haftende "nur noch" ca 10 Monate. Also kein Jahr mehr. Vielleicht sollte man sich damit anfreunden...


    LG

    Saladan

    Also ich weiss, dass die Arbeit des Sozialdienstes in der JVA nicht unbedingt ein dankbarer Job ist. Alleine schon von der Anzahl der zugeteilten Inhaftierten, stelle ich mir das sehr schwierig vor, noch die Zeit zu finden sich um Angehörige zu kümmern. Und ich finde das super, dass manche Sozialarbeiter da tatsächlich über den Tellerrand hinaus schauen. Und auch ein wichtiger Punkt, der zum Gesamtbild des Inhaftierten ein besseres Bild liefert, weil das Umfeld in mancher Hinsicht auch einen wichtigen Faktor zur Resozialisierungsfähigkeit beiträgt.


    Ich musste dennoch leider bei uns feststellen, dass es auch andere Facetten gibt. Nach dem Wechsel meines Freundes in eine andere Abteilung, gab es auch einen Wechsel des Sozialdienstmitarbeiters bzw - Mitarbeiterin.

    Diese ist wohl noch sehr jung und sagte meinem Freund von Anfang an, er sei ein Gigolo und jede Frau, die mit ihm anbandelt würde ihr Leid tun. Sie würde Menschen wie ihn kennen usw. Das war bei einem der ersten Gespräche mit ihm.

    Und leider spiegelte sich diese Einstellung in allen folgenden Versuchen irgendwelche Anträge zu stellen wieder.

    Beim 2/3 Antrag vertauschte sie meinen Namen und Adresse mit der seiner Mutter. Korrigierte dies auch auf immer wieder bitten nicht. Das führte dazu, dass die Richterin den Überblick verlor und annahm, er würde bei vorzeitiger Entlassung in sein altes Umfeld zurück kehren. Man weigerte sich auch, ihm einen neuen Personalausweis auszustellen, nachdem er angab sich bei mir anzumelden nach der Haft. In den Unterlagen tauchte überall diese Verwechslung mit meinem Namen und Adresse auf.


    Dann schrieb sie noch weitere Dinge in die Stellungnahme, die erfunden waren und obwohl wir Unterlagen haben, die das Gegenteil beweisen, wurde der Antrag letztendlich abgelehnt. Die Richterin war bei der Anhörung sichtlich verwirrt, was sie auch in ihrer Begründung der Ablehnung zum Ausdruck brachte. Sie könne sich nicht erklären, warum die Stellungnahme der Sozialarbeiterin so gegenteilig ausfiel, obwohl es diese Unterlagen gibt. Sie ging dann davon aus, dass mein Freund der Sozialarbeiterin die Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt hätte. Aber ich persönlich habe nach dem Wechsel alle Unterlagen an die gute Frau geschickt, weil ich sichergehen wollte, dass sie alle Belege zusammen hat.

    Habe mir verkniffen sie anzuschreiben und zu fragen, warum sie das getan hat. Wollte meinem Freund nicht noch mehr Schwierigkeiten machen. Wer weiss, was sie daraus gebastelt hätte.

    Bei einem Gespräch mit dem Pfarrer der JVA, gestand er mir, dass viele Inhaftierte Probleme mit dieser Frau haben und dass man das wohl hinnehmen müsste, da ein Wechsel des Sozialarbeiters nicht ohne Weiteres möglich sei, da diese abteilungsgebunden sind.


    Also ich wäre schon froh gewesen, wenn da überhaupt wenigstens was richtig gelaufen wäre... Heisst nicht, dass alle so arbeiten. Da haben wir eben einfach Pech gehabt. Aber da es hier um Erfahrungen ging, wollte ich mal meine/unsere nicht so schöne mit einwerfen.


    LG

    Saladan

    Hi, also für den Fall, dass du nichts von ihm hörst bis zum Besuchstermin, bezüglich des Antrages auf Kleidung, würde ich einfach in der Besuchsabteilung anrufen und fragen, ob die Besucher-Schließfächer groß genug sind für z. B. eine gut gefüllte Permanent-Tasche. Würde die Sachen dann einfach mit rein nehmen und wenn das mit dem Antrag nicht geklappt hat bzw. er noch gar nichts davon weiss, solange in besagtes Fach schließen.


    Da die Kommunikation bei U-Haft eher schleppend voran geht, würde ich das so improvisieren. Falls der Antrag durch ist, hast du alles dabei und falls nicht, weißt wenigstens, wohin mit den Sachen für die Dauer der Besuchszeit.


    Dann kannst ihm das beim Besuch sagen und nächstes Mal seit ihr dann auf der sicheren Seite. Würde dann auch direkt vor Ort, nach dem Besuch den nächsten Besuchstermin klar machen.


    LG

    Saladan

    ... andrea83

    Eigentlich gar nicht so verkehrt diese Frage in dem Zusammenhang ?


    Weil da es sich um einen Pflichtverteidiger dreht, könnte es natürlich auch daran liegen, dass der Anwalt sich nicht unbedingt in Bewegung setzt. Sofern das Verfahren beendet ist und keine weiteren anstehen, könnte dieser nämlich seinen Job als erledigt betrachten.


    Der ursprüngliche Pflichtverteidiger meines Freundes wollte nach der Verhaftung Geld sehen für etwaige weitere Aktionen.

    Ohne jetzt jemandem auf die Füße treten zu wollen - das ist halt so, dass der Pflichtanwalt seine Dienste über die Staatskasse abwickeln muss. Sobald das Verfahren beendet ist, kann er bei der Kasse keine Kosten mehr geltend machen, kriegt also kein Geld mehr. Demnach sind im Anschluss alle Telefonate, die der Anwalt für seinen Ex-Mandanten führt, auch Dienstleistungen und sogar Auskünfte reine Kulanz seinerseits.


    Bleibt also zu überlegen, ob der Anwalt weiterhin benötigt wird und was und ob man diesen bezahlen kann bzw. will...


    LG

    Saladan

    Hallo,


    das ist schwer allgemein zu beantworten. Normalerweise wird bei der Frage der Hafttauglichkeit ein Gutachter vom Gericht bestellt, der dies überprüft. Ist aber sehr selten, dass Haftuntauglichkeit tatsächlich begründet werden kann, auch wenn man das als Angehöriger wahrscheinlich anders sieht. Nichtmal Suizidgefährdung reicht da aus, um der Haft zu entgehen. Je nach schwere des Falles kann man aber versuchen Haftaufschub zu beantragen, wenn vor dem Haftbefehl bereits eine Therapie begonnen wurde, um diese erstmal beenden zu können.


    Eine Therapie allein ist auch nicht unbedingt ein Grund jemanden auf freiem Fuß zu lassen, der straffällig ist.

    Handelt es sich um den Fall "Therapie statt Strafe" ist die Therapienotwendigkeit im Urteil verankert und kann mit entsprechenden Anträgen umgesetzt werden. Wenn aber während der Therapie oder der anschließenden Bewährungszeit Straftaten verübt werden, wird das Ganze widerrufen und man sitzt die Strafe ab. Selbiges gilt bei vorzeitigem Therapieabbruch.


    LG

    Saladan

    Hallo,

    hat der Anwalt denn keine Kanzlei? Da muss es doch ein Büro/Sekretariat geben. Wenn ich unseren Anwalt nicht erreiche über sein Handy, rufe ich meistens im Büro an und frage da nach einem Termin oder Rückruf.


    Anwälte haben oft Gerichtstermine und Mandantengespräche, wo sie dann nicht zu erreichen sind. Unserer ist am besten morgens zwischen 7.30 und 8.30 Uhr persönlich zu erreichen. Danach hat man auch kaum eine Chance bei ihm.


    LG

    Saladan

    Hey, leider muss ich Mei da Recht geben. Das alles dauert nicht nur unheimlich lange, sondern ist auch von vielen Rückschlägen geprägt...

    Wenn er noch Verhandlung(en) ausstehen hat, sollte sein Anwalt unbedingt auch da in dem Urteil den 35er beantragen! Falls nämlich weitere Haftstrafen dabei rauskommen, kann es möglich sein, dass diese erstmal vorgezogen werden. Dann geht der 35er erst, wenn er diese Strafe(n) abgesessen hat.


    Mein Freund hat insgesamt 3 Haftstrafen und nur auf EINER ist der 35er notiert, obwohl man sofort sieht, dass da ein Zusammenhang besteht. Man hat die im Vollzugsblatt dann so angepasst, dass die Strafe mit dem 35er als letzte kommt. Der Anwalt versucht seit einiger Zeit, die anderen beiden Strafen ebenfalls mit dem 35er nachträglich eintragen zu lassen und das ist anscheinend schwieriger als es sich anhört.


    Er hatte vor Haftantritt Therapiezusage und Kostenzusage, trotzdem musste er drin bleiben. Am 21.11.2019 sitzt er mittlerweile ein Jahr. Und wir sind noch weit entfernt von Kostenzusage und Therapie. Nur damit du ein zeitliches Beispiel hast. Mei liegt da ganz und garnicht falsch.


    Wir haben's mit 2/3 + Auflage zur Therapie versucht - keine Chance, trotz guter Führung.


    Am 20.05.2020 könnte er den 35er beantragen. Und mittlerweile ist schon so viel Zeit vergangen, dass man sich fragen muss, ob es sich überhaupt noch lohnt bis dahin den anderen beiden Strafen den 35er zu verpassen...


    Ganz von den Schwierigkeiten abgesehen, die JVA dazu zu kriegen, dass sie die Unterlagen für die Kostenzusage bei der RV aktualisieren...


    Von daher weiss ich mittlerweile noch nichtmal, ob das am 20.05.20 überhaupt klappt mit dem 35er...


    Da geht viiiiiiiel Wasser den Rhein runter und einfach wird das nicht, auch wenn da "§ 35" schwarz auf weiss steht... Das ist nur eine Möglichkeit oder vielmehr ne Challenge, bis das greift.


    LG

    Saladan

    Steht das auch so im Urteil, dass diese Therapie letztmalig bewilligt wurde?


    Wenn nicht, dann kann er das ganze ja anfangen in Gang zu setzen. Wie gesagt, wenn er einmal in Haft ist, kommt er wohl um dieses Prozedere nicht herum.


    Ich hab auch erst gedacht: "Och, er hat ja alles, um da wieder raus zu kommen und seine Therapie anzutreten." Aber das war eindeutig zu früh gefreut. Einfach machen die es einem nicht bei Straffälligkeit, bzw. in unserem Fall Bewährungswiederuf...


    Wir mussten erst warten, bis zum 2/3-Zeitpunkt und haben dann beantragt auf Bewährung raus und Therapie als Auflage. Ab dem 20.05.2020 ist er in der letzten Strafe mit dem 35er. Spätestens da kann er nochmal versuchen diesen Antrag zu machen.


    Vorher geht nur noch Reststrafengesuch. Aber das ist natürlich alles nur an Wahrscheinlichkeiten gebunden. Garantiert ist da nix. Und halt mit Aufwand verbunden.

    Jemand der es nicht ernst meint mit der Therapie dürfte es da schwer haben das alles immer wieder anzuleihern. Was wohl auch Sinn der Sache ist, es einem so schwer zu machen... Denk ich mal.