Beiträge von nachts

    Hallo,

    Ich komme heute mit einem etwas anderen Problem. Ich bin derzeit im offenen Vollzug und bin im Betrieb der JVA eingestellt. Hier gibt es keine Arbeitspflicht, dennoch habe ich mich von Anfang an bemüht, schnell eine Arbeit zugewiesen zu bekommen. Nun habe ich aber folgendes Problem. Ich war lange krank, und bemerke wie meine Beschwerden, beim Gedanken an meine Kollegen etc. stetig schlimmer werden oder neue dazukommen. Sprich sind meine Beschwerden eher psychosomatisch. Mit dem Abteilungsleiter habe ich bereits gesprochen, der nimmt die Sache aber nicht ernst. Daher denke ich daran zu kündigen, und mich erstmal in eine Therapie zu begeben. Wie könnte ich diese am besten formulieren?

    Hallo,


    ich habe folgende Frage.


    Ich bin voraussichtlich noch bis Mitte nächstes Jahr inhaftiert. Mein Ausweis läuft im Oktober diesen Jahres ab und muss dementsprechend verlängert werden. Dies ist auch in meiner Vollzugsplanung vermerkt. Dafür benötige ich meine Geburtsurkunde, welche ich nun neu beantragt habe bei der Stadtverwaltung. Dafür werden 10€ fällig, welche ich gern vom Überbrückungsgeld überweisen würde. (Ich muss dazu sagen, dass ich im offenen Vollzug bin und das Hausgeld daher immer in bar und komplett ausbezahlt wird, daher ist eine Überweisung vom Hausgeld nicht machbar.) Ist dies möglich? Überbrückungsgeld ist ja auch zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft da (soweit ich mich nicht irre) und der Ausweis müsste da doch Bestandteil sein. :planlos:

    Ich habe bereits versucht ihr klarzumachen, dass es so nicht geht. Allerdings wohl in einem zu sachlichen Ton, sodass sie es wahrscheinlich nicht ernst genommen hat. Ich bin aber auch nicht der Typ, der laut wird, weil ich noch mit dem Satz "wer schreit, hat Unrecht" groß geworden bin. Vermutlich stachelt es sie noch mehr auf, dass ich trotz allem "freundlich" zu ihr bin. Als würde sie nur so lange provozieren wollen, bis ich irgendwas mache, was sie melden kann. Aber das kann ich mir natürlich auch einbilden.

    Ich werde dem Ganzen dann mal nachgehen. Ich befürchte nur, wenn ich es anspreche, bekomme ich mit der Person noch größere Schwierigkeiten. Aber vielleicht hilft es letztendlich ja doch.

    Hallo an alle, die das lesen.


    Ich möchte ein paar Informationen zur JVA Chemnitz geben. Vielleicht werden Sie noch benötigt.


    Zunächst ist zu sagen, dass sich die JVA in offenen und geschlossenen Vollzug teilt. Zum geschlossenen Vollzug gehören zwei Hafthäuser, zum offenen Vollzug ein Hafthaus mit Mutter-Kind-Abteilung sowie anliegendem Jugendarrest.


    Bei Haftantritt verbringt man zunächst etwa zwei Wochen auf der Zugangsabteilung in Haus 1. In dieser Zeit führt man ein Zugangsgespräch, welches den weiteren Weg für die Haft regelt (mit den Schwerpunkten Unterbringung, Arbeit, Schuldnerberatung und sonstige evtl. benötigte Hilfen).


    Selbststeller kommen - insofern sie drogenfrei sind - gemäß dem Selbststellermodell unter Vorbehalt zunächst in den offenen Vollzug, bis dieser auch endgültig genehmigt ist. In der Zeit bis zur Genehmigung sind Einkäufe und Arbeit nicht möglich.


    Bleibt man im geschlossenen Vollzug, so wird man entweder in Haus 1 oder Haus 3 (eher für Frauen bis 35 gedacht, außerdem gibt es eine sozialtherapeutische Abteilung) untergebracht. Arbeit gibt es u.a. in der Wäscherei, Näherei, Küche, als Haus- und Hofreiniger etc. Letzteres würde ich dennoch als relativ undankbaren Job bezeichnen, da die meisten Insassen die Angewohnheit haben tagtäglich Brot und andere Sachen aus dem Fenster zu werfen. Generell besteht in Chemnitz keine Arbeitspflicht.

    Im geschlossenen Vollzug gibt es wochentags 1 Stunde Hofgang (Nichtarbeiter vormittags, Arbeiter nachmittags), am Wochenende 1,5 Stunden nachmittags für alle zusammen. Hier wird dann regelmäßig nach Schmuck und ähnlichem gefragt - daher empfehle ich sämtlichen Schmuck im Haftraum zu lassen.


    Die Bediensteten im GV und OV können äußerst nett und umgänglich sein, insofern man ihnen stets mit Respekt und Höflichkeit begegnet. Hier gilt der Spruch "Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus."


    Das Essen ist, für das Budget von 3€ pro Kopf/Tag, in Ordnung. Es gibt nicht jeden Tag Obst und Gemüse, auch gibt es darunter nicht viel Abwechslung. Das ist aber dem Budget geschuldet, es wird sich bemüht Abwechslung in den Plan zu bringen.


    Einkaufsmöglichkeit gibt es im GV über den Kaufmann Massak. Dafür werden Listen ausgefüllt, deren Inhalt (insofern genug Geld auf dem eigenen Haftkonto vorhanden) freitags in die JVA eingebracht und ausgegeben wird.

    Im offenen Vollzug hat man einmal wöchentlich für 1,5 Stunden die Gelegenheit in einem nahegelegenen Einkaufszentrum einkaufen zu gehen.


    Zum Briefverkehr: es dürfen nur der eigentliche Brief, Briefmarken, Fotos (kein Polaroid oder Passbild), Zeichnungen (auf normalem Papier), Postkarten und Grußkarten gesendet werden. Die Grußkarten dürfen nicht profiliert sein und die Umschläge nicht gefüttert. Außerdem dürfen keine Sticker auf Umschlag oder Brief aufgebracht sein.


    Pakete müssen vorher genehmigt werden. Die daraufhin herausgegebene Paketmarke, muss gut sichtbar auf das Paket geklebt werden, sonst wird es nicht angenommen. Es dürfen lediglich Wäschepakete (Inhalt gemäß Inhaltsverzeichnis) und Elektrogeräte gesendet werden. Körperpflege-, Genuss- und Nahrungsmittel sowie Bücher dürfen nicht gesendet werden. Diese dürfen nur über den Einkauf bezogen werden.


    Der Besuch ist auf 4 Stunden monatlich begrenzt, diese müssen aber nicht einzeln genommen werden. Nichtarbeiter erhalten Besuch generell vormittags und Arbeiter nachmittags. Beim Besuch darf nichts übergeben werden, nur in Ausnahmefällen und auf Antrag.


    Geld kann in der JVA nicht mehr eingezahlt werden, dies muss überwiesen werden und hat eine Laufzeit von ca. 10 Tagen.


    Sollte es noch Infos geben, die ich ergänzen kann, kann man mir das gern mitteilen.

    Danke zunächst für deine Antwort.


    Ich würde zum momentanen Stand alle Unannehmlichkeiten des GV auf mich nehmen. Momentan ist es hier - bis auf den wöchentlichen Ausgang zum Einkauf - für mich ohnehin wie geschlossener Vollzug. Ich gehe aus Angst bzw Unsicherheit schon nur noch raus, wenn ich wirklich muss. (Sprich zum Essen etc. und selbst das lasse ich an besonders schlimmen Tagen ausfallen.)


    Leider bin ich auch wirklich der einzige Mensch, der darunter leidet. Nicht dass ich es jemandem wünschen würde, aber ich hätte auch keinen, der mir das bestätigt. Bis auf den einen Tag, an dem die Beleidigungen fielen, erfolgt dieses Einschüchtern auch ausnahmslos wenn sie alleine mit mir ist.


    Ein Antrag auf ein Gespräch mit dem psychologischen Dienst wurde nun gestellt, in der Hoffnung, dass es mir in erster Linie hilft hier durchzuhalten.


    Das größte Problem dabei ist, dass besagte Person hier das Hausmädchen ist. Bedeutet im Klaren: sie hat einen besonderen Stand, man würde es ihr nicht zutrauen. Vermutlich würde nicht mal etwas passieren, wenn man mir glaubt. Beweise dafür kann ich ja leider auch nicht sammeln, da besagte Dinge nur mündlich geschehen. Es ist sozusagen psychischer Terror, der meiner Meinung nach auch ganz gezielt auf mich abgerichtet ist.


    Eine Verlegung auf eine andere Station ist nahezu unmöglich, da es nur eine weitere Station gibt und diese bis auf einen Platz belegt ist. Dazu muss ich aber sagen, dass die Stimmung dort nicht sonderlich viel besser ist.

    Hallo,


    ich befinde mich derzeit im offenen Vollzug und möchte Antrag auf Verlegung stellen. Entweder in einen anderen offenen Vollzug, oder zurück in den geschlossenen Vollzug.


    Inwiefern und mit welcher Begründung ist das möglich?


    Ich habe auf meiner momentanen Station leider das Problem, für eine Person in sämtlichen Punkten der Sündenbock sein zu müssen. Das geht von Kontrolle, über Beleidigungen bis hin zur Behauptung von Dingen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Dies bekomme ich tagtäglich zu spüren. Eine Verlegung auf eine andere Station ist aber derzeit aufgrund der Belegung auch nicht möglich.


    Generell würde ich sagen, einfach durchbeißen und aushalten, da die besagte Person in ca. 2 Monaten entlassen wird, aber ich merke zunehmend, wie es meine Psyche angreift.