Beiträge von Ratatouille

    Hi Olbert,


    Das klingt nach einem Plan (auch wenn du nach wie vor nicht erklärt hast, wie du einfach so zu deiner Aufenthalts - und Arbeitserlaubnis gekommen bist).


    Bevor ich den Bekannten frage, überlege ich gerade mal für mich, ob jemand überhaupt irgendwo 2 bis 2 1/2 Jahre im Krankenhaus bleiben kann?

    Das kommt mir sehr fiktiv vor, zumal in deinem Fall .

    Aber wegen Überlastung kommt kein Schwerkranker aus dem Krankenhaus .

    Ich werde aber nochmal fragen

    Hi Olbert,

    Natürlich verstehe ich, dass du bei deiner Krankheit medizinisch gut versorgt sein möchtest. Ich habe nur nicht verstanden, wie hoch du das als Priorität setzt, oder wie ist das denn in deiner aktuellen Situation in Argentinien, wie bist du da versorgt?


    Mir fehlt zum Verständnis immer noch deine Perspektive in Argentinien. Eine Lebensgefährtin genügt doch nirgends, um eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Verdienst du im Moment deinen Lebensunterhalt selbst? Auch das dürfte eine Rolle dabei spielen. Wie kommst du darauf, dass du für den Rest deines Lebens überall in Lateinamerika bleiben könntest: Meinst du legal oder ohne gültige Papiere? Wovon willst du dort leben - du bist doch krank und irgendwann bist du auch alt?


    Ein Bekannter von mir ist Knastarzt. Er erzählt, dass es der Klassiker ist, den er oft erlebt: Da entzieht sich jemand der Strafe, oft über Jahre, hat natürlich im Ausland keine Krankenversorgung und kommt irgendwann aus diesem Grund nach D und tritt die Haftstrafe an. Das geschieht aber in der Regel erst sehr spät und der Krankheitsverlauf ist unnötig problematisch.


    Ich bin nicht in deiner Situation. Kühl von außen betrachtet würde ich sagen:

    Wenn du genug Geld für deine Versorgung hast, für den Lebensunterhalt und die gesundheitliche Versorgung, dann bleib in Lateinamerika. Kannst halt nie wieder nach D.

    Wenn nicht, bringe die Haft in D hinter dich, solange du das noch frei entscheiden kannst. Da bekommst du die medizinische Regelversorgung wie gesetzlich Versicherte draußen auch. Danach bist du frei. Jetzt bist du es nicht.

    Ich find's ja richtig und nachvollziehbar, dass du deine Rechte kennen und nutzen willst. Für mich stechen in deinen Berichten die Wörter "Vorteile" und "das Beste" heraus.

    Du möchtest Home prison wie in Argentinien, aber die medizinische Versorgung wie in Deutschland. Oder die medizinische Versorgung in Deutschland, aber Home prison soll anerkannt werden wie normale Haft in Deutschland, der du dich aber entzogen hast. Vermutlich wirst du eine Kröte schon schlucken müssen


    Mir ist immer noch nicht klar, was dir wo geschehen ist. Du wurdest in Costa Rica festgenommen. Also lag ein internationaler Haftbefehl vor. Und die haben dich nach Argentinien ausgeliefert, obwohl du Deutscher bist und der internationale Haftbefehl aus Deutschland kam, und Argentinien hat dich festgesetzt, obwohl dort deine Tat keine Straftat ist? Ernsthaft??

    Wie kommst du zu einem Aufenthaltstitel in Argentinien, wo du doch sicher weder viel zu investierendes Geld mitgebracht noch Familie ersten Grades dort hast? Die geben doch keinem mit Touristen-Visum Home prison?


    Mir kommt es so vor, als würden für die Beantwortung deiner Frage einige wichtige Informationen fehlen .

    Jedenfalls wirst du dich entscheiden müssen, ob du lieber die medizinische Vollversorgung, leider im GV, in der JVA Deutschland nutzen willst oder wasauchimmer in Lateinamerika.

    Beides wird sicher nicht gehen

    Ich würde dem nochmal nachgehen.

    Kein Bundesland kann dir ohne Grund etwas verwehren, was du erworben hast.

    Es gibt ja bei der Entlassung nicht mehr das Argument "Sicherheit und Ordnung".

    Allerdings wollen viele lieber alles hinter sich lassen, was sie an den Haftalltag erinnert. Anderes Duschzeug, anderes Shampoo...

    Er soll die Sozialarbeiter fragen. Er kann ja nicht der erste mit dem Anliegen sein.


    Auch ich habe oben vom geschlossenen Vollzug erzählt. Und nee lass ihn das bloß selber machen, es ist sein Leben, seine Planung, seine Verantwortung.

    Ich kriege es bei "meinen" Häftlingen (geschlossener Jugendvollzug) so mit, dass die einen Arbeitsvertrag haben, wenn sie entlassen werden und ganz besonders wenn sie vorzeitig entlassen werden. Das gilt für die, die in Haft eine Ausbildung abgeschlossen haben und das hat zu meiner großen Überraschung sogar im lockdown mit absoluter Besuchs- und Lockerungssperre geklappt. Bewerbungsgespräch lief dann per Skype. Es klappt(e) auch, wenn jemand später entlassen wurde als gedacht, dann fing/ fängt er eben später an als gedacht.

    Hat er sich schon beworben?


    Es kommt natürlich darauf an, was dein Partner gelernt hat und wie er die Ausbildung abgeschlossen hat. In HF werden Berufe ausgebildet, wo händeringend Fachkräfte gesucht werden.

    Das ist doch nicht rechtens oder ?

    Das ist für euch natürlich alles total nervig, aber warum genau soll es nicht rechtens sein?

    2/3 und offener Vollzug sind Kann-Bestimmungen, individuelle Entscheidungen und somit nicht anfechtbar.


    Ich glaube nicht, dass im Justzapparat jemand die Zeit und das Interesse hat, mit euch Spielchen zu spielen, um euch zu zermürben.

    Viel wahrscheinlicher ist Gleichgültigkeit und Überlastung der Zuständigen. Bei den heutigen Medien-Hysterien müssen die bei vorzeitiger Entlassung sehr vorsichtig sein, sonst stehen sie ruckzuck am Pranger.

    ...

    brauch um seine paar Rechte die er noch hat durchsetzen kann.

    Hallo Cinderella,

    es wäre gut, wenn du an deinem Mann diese Einstellung ausreden könntest. Welche Rechte sollen das denn sein?

    Im Gefängnis ist es wie beim Arbeitsplatz und wie in der Nachbarschaft. Es gibt für jede Kleinigkeit dieser Beziehungen Gesetze, aber wenn alle Beteiligten ihre Rechte immer strikt über den Anwalt regeln (lassen) statt miteinander zu reden und auch mal Augenmaß zu bewahren, dann wird es für alle Seiten unangenehm.

    Gerade weil er so ausgeliefert ist, sollte er das bedenken. In allen JVAs können Annehmlichkeiten unter vollkommener Einhaltung der Gesetze zurückgefahren werden. Da ist die Grenze zur Rache fließend. Jeder bemüht sich auch mehr um Leute, mit denen man gut klar kommt, ist ja klar.

    Kaum zu glauben, aber wahr.

    Ist es einem Gefangenen nicht möglich bestimmte Kosten zutragen, wird auf das Ü-Geld zurückgegriffen, auch dann wenn es nicht voll ist und trotz Taschengeldsperre.
    ...

    Eine Taschengeldsperre ist eine disziplinarische Maßnahme, weil das Taschengeld nicht als "Einkommen" zählt.

    Chris hat es ja gut erklärt.

    Auch ohne die Hilfe von Angehörigen hat der Häftling dann noch eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten.


    Ansonsten:

    Die Verlegung eures Sohnes ist doch erstmal eine gute Nachricht

    Ich weiß nicht, ob das in D immer so ist, aber die Sexualstraftäter, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, hatten das ausdrückliche Verbot, sich dem Opfer von sich aus zu nähern, auch noch nach der Endstrafe. Wenn du überfordert bist, schreib ihm das genau so und sag, dass du Zeit brauchst, um klar zu kriegen, ob du den Kontakt willst.

    Es gibt ja viele positive Signale von seiner Seite (die Zustimmung z.B.), aber deswegen darfst du doch dein Tempo wählen und auch, ob du das willst - und was. Ich wünsche dir viel Kraft und den Mut zu Klarheit!

    Für mich stellt sich die Frage, wie es so schnell gehen kann.Erst so ein strenger Diszi und trotzdem Verlegung in den OV? Keine Zeit dazwischen, in der er sich unter normalen Bedingungen im GV bewähren kann?

    Normalerweise kommt keiner direkt nach der Taschengeldsperre in den OV, also ist die Frage hinfällig.


    Ich dachte auch immer, dass jedem Häftling ein Minimalbetrag zur Verfügung steht außer er verweigert die zugeteilte Arbeit. Ist das nicht so?

    Mein erster Gedanke ist: Wieso darf er dir Briefe schreiben, du bist doch das Opfer, wenn ich dich richtig verstehe?

    Gibt es da keine Sicherheit und Ordnung, die genau das verhindert?


    Ich finde es von außen sehr schwer zu raten. Es kommt doch sehr auf eure gemeinsame Geschichte, den Stand der Tat usw an, ob du den Kontakt nochmal willst.


    Ohne Kontakt mit uns Hilfe von einem Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger (ob Mann oder Frau) würde ich das nicht in Betracht ziehen.

    Auch dann würde ich zuerst mit dieser Person allein sprechen wollen und auch sonst die Möglichkeit haben, mit dieser Person zu sprechen.

    Ich würde versuchen zu verfügen, dass er bei Lockerung und nach Entlassung nicht ohne deine Zustimmung Kontakt zu dir aufnehmen darf

    Siehe oben, vielleicht siehst du das alles anders. Aber an deiner Stelle hätte ich ganz sicher das Bedürfnis, die Fäden in der Hand zu halten

    Kleine Korrektur: die Todesstrafe ist seit der Gründung der Bundesrepublik lt Verfassung (GG) verboten. 1947 war noch Besatzungszeit;-)


    Ein befreundeter Historiker sagte mir, dass bei den öffentlichen Hinrichtungen im Mittelalter nach aktuellen Erkenntnissen die am häufigsten und geiferndsten zugeschaut haben, die als nächstes dran waren.

    Als Mutter der Opfers mag es was anderes sein, da kann man vielleicht nur wünschen, dass der Täter spürt, was er getan hat.


    Insgesamt passieren solche schlimmen Taten immer seltener, das sollte man bei allem Erschrecken nicht vergessen

    Es ist immer sehr einfach, von außen zackzack abzuurteilen.


    Ich bin froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben und anders als in den USA auch der Staatsanwalt unabhängig ist, da muss er ja für eine Wiederwahl dem Volk gefallen

    ...und wenn sie "nein" sagen, obwohl du deinen Geburtstag erwähnt hast, dann fragst du, ob du dann bitte einen Besuchs-Termin zwei Tage früher kriegen kannst, dem letzten Geltungstag des Ausweises, besser als sich gar nicht sehen und so. Mit etwas Glück wird dann aus einem "nein" doch noch ein "ja".


    Oder wenn du nicht weit weg wohnst, riskierst du es, legst beide Dokumente vor und guckst nett.

    Nach meiner Erfahrung kommt es bei so was zu 90% auf den Bediensteten an der Pforte an.