Beiträge von Alila

    hallo, ich wollte mich mal wieder melden.

    Mein Sohn hat nächste Woche den 1. Gerichtstermin, ich bin als Zeugin geladen und ich freue mich extrem darauf, ihn wiederzusehen, da seit Anfang Oktober Besuchsverbot herrscht.

    Ich habe nach einem Thema, was das allgemeine Besuchsverbot im Moment angeht gesucht, aber dazu nichts gefunden.

    Gibt es sowas hier nicht ?


    bzw. gibt es ein bundesweites Besuchverbot im Strafvollzug und in der Forensik oder entscheidet das jede Einrichtung für sich ?

    ja, das ist bei ihm leider schon passiert, er ist, wie man auch sagt, leider" hängengeblieben", die Diagnose Schizophrenie hat er erstmals schon mit 16 bekommen, auch unter längerer Einnahme von Antipsychotika hat sich zwar die akute Psychose, jedoch nicht die Schizophrenie Symptome, die Wesensveränderungen und die Denkstörungen wirklich zurückgebildet.

    Er ist in den letzten zweieinhalb Jahren fünf Mal zwangseingewiesen worden und war anfangs immer auf einer geschlossenen Station, der längste Aufenthalt waren drei Monate am Stück.

    Leider hat sich in diesen Zeiträumen trotz Medikation nicht wirklich etwas bei ihm verbessert.

    Vielleicht war es auch viel zu kurz, ich fürchte aber, dass auch weitere vier Monate nicht reichen werden, dass sich sein Gehirn ausreichend regeneriert und er evtl durch Psychoedukation überhaupt in die Richtung kommt, dass er selbst realisieren kann, dass mit ihm etwas nicht stimmt, bzw er Hilfe braucht.

    Sein neuer Therapeut sagte mir beim ersten Gespräch, dass er bei meinem Sohn tatsächlich von einem 63er ausgeht .

    Der Gutachter hatte scheinbar bis zu unserem erneuten Gespräch diese Woche keine Ahnung von dem tatsächlichen Tathergang und ich hoffe, dass er deshalb auf dem Trichter war, dass hier eine Bewährung und eine freiwillige Therapie ausreichend sind.

    Er war schon ziemlich geschockt, hatte ich den Eindruck, als ich ihm erzählt habe, was passiert ist.

    Er meinte, dass er in der Jugendforensik dann ganz gut aufgehoben ist, die Frage ist nur, wie lange er dann dort bleiben kann, wenn der Belegungsdruck so hoch ist.

    Tatsächlich ist es natürlich das letzte, was man sich für sein Kind wünscht, dass er jahrelang weggesperrt ist, ich sehe für meinen Sohn aber tatsächlich keine andere Chance, zumal seine Prognose mit der früh gestellten Diagnose und der massiven Verschlechterung durch jeden Rückfall eh ziemlich ungünstig ist.

    Bisher war er in der Psychose immer eigengefährdend und suizidal (wollte sich selbst töten, damit der Kosmos nicht auseinanderbricht usw) , seit letztem Jahr kam dann die wahnbedingte Fremdgefährdung hinzu , die nun zu einem versuchten Tötungsdelikt geführt hat.

    Ich bin euch für eure Antworten wirklich sehr dankbar, Dankeschön.


    Er hat sich leider mit wirklich heftigen Drogen und auch mit krassen Kombis und Überdosen wirklich das Gehirn weggeballert, natürlich kann sich das schon auch noch etwas wieder verbessern, gerade in dem Alter, aber dafür reichen ein paar Monate auf keinen Fall und bisher ist er aus Anschlussmassnahmen immer weggelaufen aber immer völlig ohne Plan und einfach aus dem Affekt.

    Er wird auch mit Auflagen nirgendwo bleiben, wo kein Zaun ist, weil er halt nichtmal von der Tapete bis zu Kleister denken kann momentan.

    In der Klinik ist es natürlich zum Glück schon auch aufgefallen, dass er komplett verpeilt ist, sich nichts merken kann usw...er geht zB auch mitten im Gespräch weg, nicht, weil er keinen Bock mehr hat, sondern weil er vergisst, dass er gerade ein Gespräch hat usw.

    Ist schwer zu beschreiben und halt sehr traurig und erschütternd.

    Ich werde ihn aber niemals aufgeben, egal, wie er ist, egal wo er ist....

    Schwierig ist es natürlich , dass er natürlich in erster Linie raus will, und ich in erster Linie möchte, dass er ausreichende Hilfe bekommt, damit er überhaupt eine Chance hat, diese Erkrankung zu überleben, denn bisher hat er einfach jedesmal Glück gehabt und der Sensemann wollte ihn noch nicht.

    Ich entscheide es ja nicht, was mit ihm passiert, aber Gerichte treffen ja nicht immer die richtigen Entscheidungen, manche sind zu Unrecht eingesperrt und andere werden auf die Strasse gesetzt, obwohl sie dringend einen geschlossenen Rahmen bräuchten, damit sie Hilfe bekommen und niemand draufgehen muss.

    hallo, vielen Dank für Deine Antwort,

    mit ambulanter Therapie meinst Du wirklich ambulant ? Er hat ja nicht mal mehr ein Zuhause, zu mir kann er nicht mehr, er hat keine Freunde mehr, aber würde im alten Umfeld sofort rückfällig werden.

    Offene Therapien hat er immer direkt nach zwei oder drei Tagen abgebrochen, weil er leider nicht mehr von der Tapete bis zu Kleister denken kann.

    Konsumiert hat er in den letzten 12 Monaten vielleicht 4 Mal , was jedesmal dazu geführt hat, dass er komplett durch war und zwangseingewiesen werden musste ( er war dann immer im Schnitt 6 bis 10 Wochen in der Psychiatrie).?

    Was ist ein Vollstreckungsleiter ?

    Lg

    Alila

    Hat jemand Erfahrung mit der Jugendforensik in Marburg ?

    Eine Telefonerlaubnis wird laut Staatsanwaltschaft demnächst erteilt mit der Vorgabe, dass die Telefonate überwacht werden.

    Mein Sohn ist seit zweieinhalb Jahren durch Drogenkonsum psychisch sehr krank und immer wieder psychotisch, dadurch eigen -und fremdgefährdend und dadurch kam es zu der Straftat.

    Ich sehe für ihn als einzige Chance eine ca 2 Jährige ( geschlossene)Therapie.

    Der Gutachter, der bestellt wurde , tendiert offenbar momentan aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen eher dazu eine Empfehlung für eine offene (Jugendhilfe-)Einrichtung für Doppeldiagnosen auszusprechen.

    Bis zur Verhandlung sind es wahrscheinlich noch 3 bis 4 Monate denke ich.

    Wie ist die Therapie in der Forensik, wenn man nach Paragraph 64 verurteilt wird ? Kann man mit dem 64er auch in eine offene Einrichtung geschickt werden ?

    Zur Zeit muss ich leider sagen, dass ich den 63er im Fall meines Sohnes für angemesser halte..in erster Linie möchte ich natürlich dass ihm geholfen wird, sich sein psychischer Zustand langfristig verbessert und er dann keine Gefahr mehr für sich und andere darstellt.

    Gibt es hier Leute , die Erfahrung mit Forensik/ Jugendforensik haben?

    Der Belegungsdruck ist wohl momentan sehr hoch und meine Angst ist dass er in ein paar Monaten einfach auf die Strasse gestellt wird.

    Achso , und der Gutachter meinte noch, dass der 63er auch auf Bewährung ausgesetzt werden könnte ?

    Das verstehe ich nicht, beim 63er geht man doch davon aus, dass eine Gefahr besteht, wie kann man da eine Bewährung aussprechen ?

    Mein jüngster Sohn ( 19) war von Juli diesen Jahres bis letzte Woche in Haina und wurde nun in die Jugendforensik nach Marburg verlegt.

    Ich suche Informationen zur Forensik allgemein und habe viele Fragen.

    Viele Grüsse

    Alila